Ein alter, müder Mann. Sichtbar behindert. Zerbrechlich und dünn, als würde der kleinste Windhauch ihn umwerfen. Schwer gezeichnet im faltigen und narbigen Gesicht. Am Hals zwei dicke Narben, als käme er aus einem Western und wäre gerade vom Galgen abgeschnitten worden. Wenn er spricht, dann sabbert er und lispelt. Seine Anstrengungen sind nicht zu übersehen. Das Taschentuch vor dem Mund eines seiner Markenzeichen.
Und trotzdem sprüht das Leben aus seinen Augen. Trotzdem bemerkt man die Kraft und Lebenslust. Und wenn Ihr ihn zum Lächeln bringt, dann entsteht da eine spürbare Wärme.

Das Leben ist scheiße. Das Leben ist wunderbar.

Hermann Borgerding bringt dies in seinen Gedichten, Texten und Blogs rüber.
Oder er versucht es. Und gewinnt in seinem Scheitern.
Er weiß nicht, ob er was zu sagen hat. Es ist ihm auch egal. Aber er sagt es, ehrlich und schonungslos.

Über mich:

 

Geboren 1963, im Jahr der ersten Stones-Single.

In der Provinz des Ruhrgebiets (Castrop-Rauxel).

 

Schulisch verbildet bis 1984, danach Zivildienst und offiziell Student der Germanistik, Pädagogik, Sozialpädagogik.

Währenddessen pädagogische Honorarkraft in Jugendzentren, Paketestapler bei UPS, Medikamentenkurier, Fließbandsklave bei Kodak, Mitarbeit in einem Antiquariat, Aushilfe für ein Reformhaus, Hilfstätigkeit bei einem Chrysler Autohaus und hauptsächlich Taxifahrer. Ich habe da bestimmt noch was vergessen…

 

Von 1998 bis 2008 Ausbildung und Tätigkeit als Krankenpfleger. Hauptsächlich im ambulanten Dienst mit der Zusatzausbildung zum Praxisanleiter und Wundmanager tätig.

2008 bis 2009 Weiterbildung zum Altentherapeuten.

Seit 2010 Erwerbsminderungsrentner.

 

Ein halbes Jahrhundert Ruhrpott.
Jugend in Castrop-Rauxel, dann Bochum mit ner Auszeit in Wanne-Eickel, letztendlich Essen.

Jetzt lebe ich seit drei Jahren im tiefsten Münsterland an der holländischen Grenze.

VfL Bochum Fan seit vierzig Jahren und für immer.

 

2007 Ausbruch von Mundhöhlenkrebs. Nach einer dreizehnstündigen OP ohne Zähne, Gaumen und Oberkiefer aufgewacht. Seitdem Krüppel.

 

2010 zur Überraschung aller Hochzeit mit meiner über alles geliebten Frau Claudia.

Und das steht. Für immer.

 

Hund, massig Freunde, Musik und Poesie.

 

 

1984 – 2007 Sänger und Gitarrist einer Deutsch-Punk-Rock-Band: Beggars Banquet.

 

Ich stelle fest: Meine Biografie könnte Bücher füllen!

 

In den 1990ern Mitherausgeber der Literatur- und Kunstzeitschrift „3D-Silbig“, seitdem zahlreiche Lesungen und Veröffentlichungen.

Angeblicher Veteran der Social Beat-Szene.

Seit 2007 ist die Schreiberei meine Hauptbeschäftigung.

Ich schreibe hauptsächlich prosaische Lyrik. Das alleine macht mich verdächtig (und erfolglos).

 

 

 

Die wichtigsten Veröffentlichungen:

 

1998 Seifenblasen im Schädel

Gedichte und Kurzprosa, Unser Forum Verlag, Dortmund

2003 Versuch: Die Liebe

Gedicht, edition Roadhouse, Hannover

2007 Die Leichen werden wohl warten müssen

Poems (Split mit Roland Adelmann), RUP, Bochum

2011 Mein Mittelfinger dem Krebs

Gedichte, Edition PaperONE, Leipzig

2011 Ausgehöhlt

Roman, Edition PaperOne, Leipzig

2013 ExtraBall

prosaische Lyrik, Acheron Verlag, Leipzig

2013 LaborBefund #7

Ausgewählte Texte 1998-2013, LaborBefund, Berlin

2014 Auf Papier gebloggt

Blogauszüge 2011-2014, limitierte Auflage im Selbstverlag

2015 Ausgehöhlt

Neuauflage, Rodneys Underground Press, Dortmund

2015 Leben gefährdet die Gesundheit

Gedichte, Rodneys Underground Press

2015 Versuch: die Liebe

Neuauflage, Rodneys Underground Press

2017 the last song

Gedicht, gONZo-Verlag

 

Veröffentlichungen in zig Anthologien

Mitherausgeber der MAULhURE

(Edition PaperONE, Rodneys Underground Press)

 

Blog: http://hermannborgerding.blogspot.com/

natürlich auch bei Facebook...

 

 

 

 

Hermann Borgerding:

 

Dichter, Schreiberling, Mensch, Mann.

 

Hofnarr, Gaukler, Barde, Sänger.

 

Gefühlsanarchist.


Fühlender. Leidender.

Liebender.


Rock'n'Roll !!!

Punk, Blues, n Folk


Noch Überlebender.