Here comes the flood

 

 

Okay. Wir sind Landeier, haben wenig Ahnung von Ebbe und Flut und das kann schon mal daneben gehen.
Ging es bei uns gestern völlig, zum Glück nicht ganz dramatisch:

 

Wir waren am Strand, gingen barfuß am Rand des Meeres und Claudia wollte baden.
Für Gisela und für mich war ne trockene Sandstrecke, da ließen wir uns nieder und wollten auf sie warten.
Zwei Rucksäcke, zwei Geldbeutel mit Karten und so, ein Handy, zwei Decken.
Eine 80jährige Alzheimer-Dame mit Gehstöcken und ein krebsgeschädigter Mann. Wir guckten Claudia zu.

 

Dann stieg das Wasser. Ich wusste, in ein paar Minuten müssten wir unseren Platz verlassen und winkte Claudia herbei.
Die winkte zurück (und wollte eigentlich, dass ich sie fotografiere…).

 

Mit ein paar Minuten hatte ich mich verschätzt: Innerhalb von Sekunden waren wir im Wasser, ich zog Gisela panisch hoch, versuchte die Rucksäcke und Decken zu retten und gab ihr die Gehstöcke und dann los.

 

Bis dahin klappte das noch, aber auf dem Weg zum trockenen Strand stieg das Wasser in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit bis zu meinem Arsch.
Zwei Rucksäcke, zwei Geldbeutel, ein Handy, zwei Decken und eine Frau mit Gehstöcken:
Ich bekam Panik.
Ich winkte Claudia, die winkte zurück und genoss ihr Bad.

 

Das Wasser stieg, ist mit Gehstöcken nicht so einfach. Mit den Rucksäcken und all dem Kram und Gisela am Arm hatte ich es nicht leicht. Claudia winkte entspannt bei ihrem Tanz in den Wellen.

 

Den Ernst der Lage schnallte sie erst, als DLRG und Strandwacht uns beiden halfen, ans trockene Ufer zu gelangen.

 

Ich hatte die wichtigsten Sachen trocken behalten, war dafür selber klitschnass, aber Gisela hatte es geschafft, ohne umzukippen und das war das Wichtigste. Und: Ich hatte sie recht feste hochgezogen, es ging nicht anders, aber ich habe ihr wohl nicht weh getan.

 

Es dauerte n bisschen, bis ich darüber lachen konnte und ich gestehe, ich war stinksauer auf meine Frau (und auf mich, aber das gebe ich nicht zu).

 

Eigentlich ist nichts Dramatisches passiert, aber es war peinlich.
Die Rettungswacht sagte dann, dass das täglich öfters passieren würde.
Trotzdem habe ich mir meinen Rücken bei der Aktion kaputt gemacht und war danach völlig platt.

 

Meine Frau hatte Spaß im Meer.

 

 

 

In der Erinnerung werde ich demnächst davon berichten, dass ich meine Schwiegermutter vor dem Ertrinken gerettet habe.

 

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